Die Arbeit

 

 

 

Positionsarbeit:

 

„Wer bewegt, führt.“ Dieser Grundsatz gilt in der Pferdewelt genauso, wie im Privatleben oder der Geschäftswelt. Wie wichtig die Positionierung bei Pferden ist, kann man besonders gut am Verhalten der Leitstute in einer Herde erkennen. Sie bewegt die anderen Pferde, jede ihrer Handlungen geschieht aus einem Grund. Dabei ist oft nicht mehr als das Umklappen eines Ohres zu beobachten.

Ruhe, Geduld und Durchhaltevermögen sind daher besonders wichtig bei der Positionsarbeit.

Positionieren heißt hüftbreit stehen und das Pferd steht oder bewegt sich nicht in unseren Komfortbereich. Wir geben das Tempo vor und gleichen uns nicht dem Tempo des Pferdes an.

Positionsarbeit ist eine Lebenseinstellung und beginnt nicht erst in der Halle sondern bei jedem Kontakt zwischen Mensch und Pferd.

 

 

Fahnenarbeit:

 

Durch ein langsames hin- und herschwenken der Fahne vor dem Pferdekopf wird durch den wechselseitigen Reiz das Bild der Fahne vor jedem Auge jedes Mal neu aufgebaut. Dadurch werden beide Gehirnhälften angesprochen. Zu Beginn der Fahnenarbeit stockt das Pferd oft noch beim Wechsel der Seiten, was mangelnde Koordination und Reizverarbeitung anzeigt. Das Pferd hat erst zwischen den Gehirnhälften umgeschaltet, wenn es flüssig und ohne zu stocken beim Wechsel der Fahne vor das jeweilige Auge weitergeht. Das Pferd soll gerade gehen und nur mit dem Kopf der Fahne folgen.

 

 

Longieren:

 

Beim Longieren durch den Pylonenzirkel, den Fächer oder über das Dreieck und durch die Gassen lernt das Pferd eine korrekte Dehnungshaltung einzunehmen und richtig mit der Hinterhand zu lasten.

Longiert wird z.B 6x3min mit jeweils 1min Pause zwischen den Intervallen/Arbeitsphasen. Das Pferd wird auf jeder Hand zuerst im Schritt und dann im Trab genau gleich lange gearbeitet. Je nach Kondition oder Gesundheitszustand des Pferdes oder bei einem jungen Pferd können diese Intervalle auch wesentlich kürzer sein bzw. eben auch entsprechend weniger. Dieses exakte Festhalten an diesen Zeitplan ermöglicht es dem Pferd seine ganze Kraft einzusetzen, es muß keine Ressourcen aufsparen, weil es nicht abschätzen kann, wie lange es noch im Kreis laufen muß.

 

 

Doppellonge und Fahren vom Boden (Longewalking):

 

Für die Doppellonge gilt dasselbe wie für das Longieren mit der einfachen Longe. Ein Vorteil der Doppellonge ist jedoch, daß nun auch das Longewalking mit integriert werden kann, so dass ganze Parcoure mit ständigen Handwechseln, ähnlich wie beim Reiten, durchlaufen werden können. Das fördert nicht nur die Leistung des Pferdes, sondern auch die Kondition des Longenführers ist hier gefragt.

 

 

Reiten:

 

Mehrere Elemente der Dualaktivierung® werden hier zu einem ganzen Parcours zusammengestellt. Jede Übung wird vom Reiter ca. 5-6 mal durchritten. Das Zeitprinzip ist dasselbe wie beim Longieren.

Die ersten zwei Intervalle erfolgen meist im Schritt und in den restlichen vier Intervallen werden die Übungen im Trab durchritten. Aber auch hier gilt: Kondition und Gesundheitszustand des Pferdes bestimmen den Zeitplan.

 

Bei der Dualaktivierung® gilt generell: Es wird komplett auf Sperriemen und Hilfszügel jeglicher Art verzichtet. Wenn ein Pferd in den Übungen beginnt zu stolpern und angestrengt abzuprusten oder andere Anzeichen von Überanstrengung zeigt, wird die Übungseinheit beendet. Nach der Dualaktivierung® sollte kein weiteres Training am gleichen Tag erfolgen, da die Dualaktivierung® sehr anstrengend für das Pferd ist.

 

 

Equikinetic:

 

Bei der Equikinetic longiert man das Pferd in Innenstellung und Biegung durch eine mit Gassen gelegte Quadratvolte im Intervalltraining, einem festgelegten Zeitschema. Die Biegung in Kombination mit dem Intervalltraining macht diese Arbeit zu einem unvorstellbar wichtigem und effektiven Training von dem ALLE Pferde profitieren.

Das Pferd sollte nach der Equikinetic einen Tag Pause bekommen, da dieses Training sehr anstrengend für das Pferd ist. Diese Pause kann als passive Pause in einem Koppeltag oder als aktive Pause in einem gemütlichen Schrittausritt gestaltet werden.

 

EquiClassic Work:

 

 

Wie die longierte Dualaktivierung gehört die EquiClassic Work zum blau-gelben Bodenarbeitsprogramm und besteht aus den Basics wie Führen, Übergängen, Übertreten und Volten. Das Pferd wird dabei aber an den Zügeln genommen, ähnlich wie beim Reiten, so daß auch hier wieder Trag- und Schubkraft verbessert werden und für einen gleichmäßigen Muskelaufbau gesorgt ist. Was an der Hand funktioniert, kann im Sattel leichter umgesetzt werden.